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Gesang aus 107 Kehlen
“Olympia-Chor” Lindenholzhausen gastierte in Schopfheim / Gemeinsamer Auftritt mit Fahrnau

Von unserem Mitarbeiter Georg Diehl SCHOPFHEIM. Ein “Olympiasieger” gab sich in der Stadthalle die Ehre und hinterließ einen Eindruck, der bei den Zuhörern wohl noch lange nachklingen wird:
Auf Einladung des Gesangvereins Fahrnau gastierte der Chor aus Lindenholzhausen mit 82 Sängern in der Markgrafenstadt. Wenn ein Chor, der 2004 bei der Chor-Olympiade den ersten Platz belegte, nach Schopfheim kommt, dann rechnet der Veranstalter, der Gesangverein Fahrnau, mit einer voll besetzten Stadthalle. Dass er sich nicht verrechnet hat, bewies das volle Haus am Samstagabend. Vorsitzender Martin Link und Bürgermeister Christof Nitz hießen den “Olympia-Chor” aus Lindenholzhausen mit 82 Mann in der Markgrafenstadt herzlich willkommen. Schopfheims Kulturbeauftragter Michael Herrmann führte das Publikum anschließend durch das abwechslungsreiche Programm und bewährte sich zudem auch als Pianist.
Der Gesangverein Fahrnau in gemischter Chorbesetzung eröffnete unter der Leitung von Volker Brenzinger das gehaltvolle Chor-Konzert mit “Sing! Sing! Sing!”, quasi als Thema des gesamten Abends. Der sich anschließende Querschnitt durch Melodien von Andrew Lloyd Webber mit dem Motto “A concert celebration” leitete danach bis zum mitreißenden “New York! New York-Song” über, bevor sich in einer eingängigen Elton-John-Melodie Stephanie Kiefer und Wolfgang Klemm solistisch profilierten. Dann war das Publikum auf den Auftritt des “Olympia-Chores” aus dem hessischen Sänger-Dorf gespannt. Man spürte gleich bei den ersten Takten, dass hier nicht nur auf die Masse der Stimmen, sondern auffallend auf die Gesangskultur der Einzelnen Wert gelegt wird. Dass vieles auswendig gesungen wurde, bürgt für das tief greifende “Training” durch den noch nicht 30 Lenze zählenden Dirigenten Matthias Schmidt. Hinzu kommt die auf hohem sängerischem Niveau stehende Gesangstechnik, kombiniert mit dem oft hohen Schwierigkeitsgrad der Gesangsstücke. Nach einem skandinavischen Loblied auf Gott mit gregorianischen Elementen, vernahmen die begeisterten Zuhörer eine aus dem Estnischen stammende achtstimmige Komposition, die Sturm und Orkan gekonnt imitierte. Das Pflichtlied für den nächsten Chor-Wettbewerb in Prag wurde ebenfalls dargeboten mit Friedrich Smetanas “Heimatlied”. Dass der Lindenholzhausener Chor auch das Französische beherrscht, zeigte er mit dem empfindsam vorgetragenen “Belle Rose”. Des Norwegers Edvard Grieg eindrückliche Chorkomposition “Landerkennung”, ergänzt durch das Klavierspiel des choreigenen Pianisten, schilderte gewaltig eine Geschichte aus nordischer Vergangenheit mit dem Text von Björnstjerne Björnson. Der Baritonsolist aus dem hessischen Chor meisterte seine Solorolle souverän. Als Krönung des ersten Teils gesellten sich alle 24 Fahrnauer Männer zu den Gästen, so dass ein Männerchor mit über 100 Stimmen auf der Bühne stand. Volker Brenzinger dirigierte eine russische Weise nach Dimitri Bortnjansky. Dass der Männerchor Fahrnau sich wahrlich hören lassen kann, bewiesen Glanznummern wie das “Kloster Grabow”, das “Schloss Rötteln” und die dreiteilige “Cekolina”, alles dynamisch klug abgestuft und eindringlich gesungen. Der nur ein Dutzend Männerstimmen zählende Kleinchor aus Lindenholzhausen servierte als Kontrast zum Großchor vier Silcher-Lieder, die zum Allgemeingut der Männerchöre zählen, ergänzt durch einen “Barber-Shop-Song” aus den USA, alles meisterlich serviert. In großer Besetzung erklangen “Morgen marschieren wir” , Silchers“ Entschuldigung” , eine “Saltarelle” von Camille Saint-Saëns aus Frankreich und die berühmte “Spanish Lady” . Zum Schluss erhob sich das begeisterte Publikum, um den Meisterchor gebührend zu feiern.
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