|

"FacettenReich" so hieß das Motto des Konzerts und so präsentierte sich auch der Frauenchor der "Cäcilia" Lindenholzhausen unter der Leitung von Matthias Schmidt.
Von Anneke Jung
Limburg-Lindenholzhausen. Die Damen hatten sich nicht nur musikalisch gut vorbereitet, sondern auch dem Konzert einen schönen Rahmen gegeben. Zauberhafte Lichter wiesen den Besuchern den Weg vom Parkplatz in den Saal, die Gäste wurden zu den Plätzen geleitet und anstelle eines gedruckten Programms führte Hans-Joachim Schupp charmant und locker plaudernd durch den Abend.
Geboten wurden neue, interessante und kontrastreiche Facetten des Chorgesangs. Die Sängerinnen hatten mit Matthias Schmidt einen Reigen unterhaltender Stücke überwiegend aus dem Pop- und Swingbereich vorbereitet. Dass auch geistliche Musik in diesem Genre angesiedelt sein kann, zeigten die beiden kraftvollen Stücke "Alleluia" von Sally K. Albrecht und "Laudate Dominum" von Patrick M. Liebergen zu Beginn und am Schluss.
Feinabstimmung
Gefühlvoll und mitreißend waren die Arrangements von Roger Emerson zu "You raise me up", "Seasons of Love" und "Friends", bei denen der Chor von einer Band begleitet wurde. Beeindruckend gut gelang hier die akustische Feinabstimmung zwischen den Musikern und den Sängerinnen. Natürlich kamen auch Songs wie "Weit, weit weg" von Hubert von Goisern oder "Adiemus" von Karl Jenkins gut an. Besonderes Lob an die beiden selbstbewusst agierenden Frontfrauen im Sopran, Annika Wagner und Alisa Penner.
Eine andere Facette des Chorgesangs boten im zweiten Teil des Konzert zehn junge Männer unter der Leitung von Tristan Meister. Der Männerkammerchor "Vocapella" Limburg ist der jüngste Spross der Domsingknaben-Nachfolgeensembles. Was die jungen Sänger im Alter zwischen 17 und ca. 25 Jahren auf die Bühne und zu Gehör brachten, berechtigt zu den schönsten Hoffnungen.
Freche Lieder
Auch hier standen in erster Linie moderne Unterhaltungssätze auf dem Programm und gleich der Auftakt "For the longest time" von Billy Joel zeigte tolle stimmliche Präsenz, einen gut ausbalancierten Gesamtklang und Ausdrucksfähigkeit. Man hört, dass die Jungs jahrelange Stimmschulung hinter sich haben. Aber auch der junge Dirigent versteht es, zu motivieren und die einzelnen Sänger zu einem wohlklingenden Ensemble zu vereinen. Mit Songs wie "How deep is your love", "Barbara Ann" oder "Only you" hatte es die Zuhörer schnell auf seiner Seite. Besonders gut kamen die effektvoll interpretierten, frechen Lieder der bekannten deutschen A-Capella-Gruppen wie "Wise Gyus", "Maybebop" oder "Prinzen" an. Beim "Mann im Mond" oder "Mona Mu" blieb kein Auge trocken.
Mit zwei wunderschönen Sätzen traditioneller Lieder nämlich "In der Ferne" von Robert Franz und "Dat du min Leevsten büst" von Hellmuth Wormsbächer zeigten die Sänger, dass sie auch auf diesem Gebiet bestens unterwegs sind.
Besonderen Spaß hatten dann vor allem die männlichen Zuhörer, viele von ihnen offenkundig geübte Sänger, als "Vocapella" bei der letzten Zugabe "Am kühlenden Morgen" zu Mitsingen einluden.
Damit ging ein bestens organisierter und auf hohem Niveau unterhaltender Abend zu Ende.
Artikel vom 29. November 2011, 03.23 Uhr (letzte Änderung 29. November 2011, 05.00 Uhr) |